Do, 02/02/2006, 11:32 Uhr – War alles nur ein Traum?

19 Mrz

Ich fühl mich frei nach Westernhagen: Ich bin wieder hier/in meinem Revier/war nie wirklich weg/hab mich nur versteckt./Ich rieche den Dreck,/ich atme tief ein/und dann bin ich mir sicher,/wieder zu Hause zu sein. Okay, das mit dem Dreck ist Blödsinn.

30.01.2006

Sonntag war noch großes ach, ja, mensch, tschüs, bussi, knuddel angesagt, doch gegen Mitternacht waren dann alle Besucher wieder aus meinem Zimmer verschwunden. Montagmorgen um 9 Uhr ging dann mein Flieger ab Wien, die acht Kilo Übergepack hat mir das Fräulein gnädig erlassen, weil ich mit meinen drei Taschen, Rucksack und Koffer wohl schon elend genug aussah. Am ersten Tag der Ankunft fühlte ich mich dementsprechend müde. In den kommenden Tagen bin ich erst bei meinen Eltern und in Kürze wieder in Osnabrück. So ganz angekommen bin ich noch nicht, so vom Kopf her, aber das wird schon.

02.02.2006

Mein Auto ist seit gestern wieder angemeldet und sprang problemlos nach fünf Monaten Stehen wieder an. Ich bin sehr erleichtert, dass der Golf nachsichtig mit mir war und nun wieder fit ist. Da mein Koffer nach dem Flug von Wien zum FMO irreparabel zerstört wurde, muss ich heute noch ein Gutachten bei einem Lederwarengeschäft abholen, damit Air Berlin mir den Schaden hoffentlich ersetzt. Ich freue mich wieder auf den ganz normalen Alltag in Osnabrück. Irgendwann um den 15.02. sollte das Leben aus Taschen und Koffern ein Ende haben und ich bekomme die Schlüssel zu meiner neuen Wohnung. Juhu!

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Fr, 27/01/2006, 15:57 Uhr – Sachen packen und Pakete kleben

19 Mrz

Wo kommt bloß der ganze Kram her? Und warum kann kaum einer einen Topf gebrauchen? Und wie schwer fühlt sich ein 10 kg Paket an, das man drei Busstationen weit spazieren fährt? Aufräumen und Ausziehen ist einfach nervig, aber ich habs fast geschafft.

Memory

Das Paket hat 9,653 kg gewogen. Es ist umhüllt mit einer halben Rolle Packband von Tesa (ihr wisst schon, die Sekretärin!). Heute habe ich es zur Post geschleppt, während ich auf dem Rücken meinen Rucksack mit den restlichen Uni-Büchern hatte (unter anderem eine Diplomarbeit mit 530 Seiten Umfang. Bist’ deppat? Das wäre die richtige Frage in diesem Moment.). Lässt man alte Damen eigentlich vor, auch wenn sie in der Nachbarschlange stehen und man selber gerade erst den Raum betreten hat? Sie kam von links eingeschert und ich habe sie gewähren lassen. Wenn der Rest meiner Habe nicht in den Koffer passt, dann weiß ich auch nicht weiter, dann verschenke ich meine Socken. Eine Kopierkarte habe ich in der Unibibliothek schon gratis vergeben, der gute Mann schien reichlich verdutzt und dankte erst nach zwei, drei Schrecksekunden.

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So, 22/01/2006, 12:00 Uhr – Die letzte Ruhe für die Toten aus der Donau

19 Mrz

Irgendwo im nirgendwo liegt der Friedhof der Namenlosen, wo diejenigen begraben liegen, die im Wasser ihr Leben verloren. Viele von ihnen sind nicht identifiziert worden und so steht auf einigen Kreuzen das Wort Namenlos – daher der Name des Friedhofs.

Die im Wasser geblieben sind

Tief im Schatten alter Rüstern/Starren Kreuze hier am düstern/Uferrand./Aber keine Epitaphe/Sage uns wer unten schlafe./Kühl im Sand.//Still ist’s in den weiten Augen./Selbst die Donau ihre blauen/Wogen hemmt./Denn sie schlafen hier gemeinsam,/Die, die Fluten still und einsam,/Angeschwemmt.//Alle die sich hier gesellen,/Trieb Verzweiflung in der Wellen/Kalten Schoß./Drum die Kreuze die da ragen,/Wie das Kreuz das sie getragen,/“Namenlos“. — Der Friedhof der Namenlosen ist ein Friedhof in Albern, einem Teil des 11. Wiener Gemeindebezirks Simmering, in der Nähe des Alberner Hafens. Eigentlich handelt es sich um zwei Friedhöfe, von denen aber heute nur mehr einer als solcher zu erkennen ist. — Dem Simmeringer Bezirksvorsteher Albin Hirsch ist es zu verdanken, dass im Jahre 1900 unter freiwilliger Mitwirkung der Simmeringer Handwerker ein zweiter Friedhof angelegt wurde, der sich bis heute hinter dem Schutzdamm befindet. Im Jahre 1935 erhielt der Friedhof bei Verstärkungsarbeiten am Schutzdamm eine steinerne Umfassungsmauer und eine Einsegnungskapelle. Als im Jahre 1939 die beiden Getreidesilos des Alberner Hafens gebaut wurden, änderten sich die Strömungsverhältnisse im Bereich des Alberner Hafens und es wurden keine Leichen mehr angeschwemmt. Insgesamt wurden 104 Wasserleichen hier beerdigt, lediglich 43 konnten identifiziert werden; auf den restlichen Kreuzen steht „unbekannt“. Die letzte Beisetzung fand daher nach allen offiziellen Angaben im Jahre 1940 statt (wobei aber ein Grabkreuz mit der Jahreszahl 1953 zu finden ist). Der Friedhof wird jedoch noch heute von der Hafengesellschaft und der Stadt Wien weiter erhalten und ist unter Touristen ein „Geheimtipp“ (wozu sicher auch eine Sequenz im US-amerikanischen Film Before Sunrise, die am Friedhof der Namenlosen spielt, beigetragen hat). Bis zu seinem Tod im Jahre 1996 hat der frühere Totengräber Josef Fuchs ihn mit großer Sorgfalt betreut. Auf den Gräbern wurden von ihm schlichte eiserne Kreuze mit weißen Christusfiguren angebracht. Er wurde dafür vom Land Wien mit dem „Goldenen Verdienstzeichen“ geehrt. Quelle: wikipedia.de

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Fr, 20/01/2006, 20:00 Uhr – Zu Gast im Kopf von Christoph Schlingensief

19 Mrz

AREA7. Joseph Beuys, Elfriede Jelinek, Hosea Dzingirai, Dieter Roth, Christoph Schlingensief, Patti Smith, Wilhelm I. + II. Mythenhalde, Bedeutungsbohrer, Gesamtkunstslum. Und das Ganze im Burgtheater Wien. Einfach unerklärlich. Einfach beeindruckend.

Robbi, Tobbi und das Dingsda

Und überhaupt siehe da: schlingensief.com

Nach zwei Minuten Grübeln, wie man das Dingsda -erschaffen von Christoph Schlingensief und musikalisch untermalt von der Punk-Ikone (?) Patti Smith- erklären könnte, fällt mir das Fliewatüüt ein. In irgendeiner Verfilmung des Buches von Boy Lornsen sieht dieses Flugobjekt aus wie ein liebevoll zusammen geschustertes Patchwork-DINGSDA. Area 7 war ebenso ein Gerüst aus Flecken und an jedem gabs eine andere Sensation. Mittendrin die unterschiedlichen Künstler und Schauspieler (uns hat beispielsweise Robert Stadlober geführt, kennt den jemand?), die selbst nur Statisten waren. Interessant, skuril, optisch und akustisch eine Überschneidung von allem. Am besten schaut ihr euch in Ruhe die Schlingensiefschen Homepage an und seht euch das Kurzvideo an!

Live und in Farbe und mit Ton: Attach:area7.avi

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Fr, 20/01/2006, 14:00 Uhr – Es fleucht und kreucht nur manchmal noch

19 Mrz

Der Großteil der Exponate im Naturhistorischen Museum hat schon vor hundert Jahren aufgegeben, sich zu bewegen. Als ausgestopfter Bär oder Taube-mit-Strohwoll-Füllung ist das einfach nicht möglich. Ein paar lebendige Viecher gibt es aber doch noch.

Es kreucht und fleucht

Der Großteil der Exponate im Naturhistorischen Museum hat schon vor hundert Jahren aufgegeben, sich zu bewegen. Als ausgestopfter Bär oder Taube-mit-Strohwoll-Füllung ist das einfach nicht möglich. Käme aber eine Fee des Weges und würde all die ausgestellten Lebewesen erwecken, ich wäre definitiv eine der Ersten, die Reißaus nimmt. Ein paar lebendige Viecher gibt es aber doch noch. Im Vivarium beispielsweise, dort am Eingang…

…schwimmen Piranhas…
…und dieser Dingsbums-Fisch, der ach so bekannt und ebenso giftig ist, dessen Name mir aber entfallen ist.
Und den hier, den habe ich natürlich nicht geküsst. Der ist aber auch aus Plastik.
Ob dieser Keiler lacht?
Britta zumindest sieht ernster aus als der Teddy hinter ihr. Die Himmelsscheibe von Nebra ist übrigens in einer Sonderausstellung zu sehen. Hups, fast vergessen!

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